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Geschrieben von büffeljohann am 21.11.2010 um 15:06:

  RE: Büffel-Restauration

Dann wollte ich natürlich wissen, ob jetzt alles dicht ist. Also einfach mal Wasser in den Kühler und lauschen ob da was plätschert. An einigen Kühlwasserschläuchen hat´s noch rausgetropft, aber das leiss sich durch fester ziehen der Schlauchschellen leicht abstellen. Alles war dicht, auch noch nach ein paar Tagen. Nachdem ich probeweise nur Wasser eingefüllt hatte, ohne Kühlerfrostschutz, habe ich das Wasser wieder abgelassen. Überraschenderweise habe ich nur ca. 32 Liter abgelassen, obwohl laut Betriebsanleitung 40 Liter drin sein sollten. Der Grund war schnell gefunden: es gibt an der linken Seite der Raupe noch eine Ablaßschraube für das Kühlwasser im Getriebekühlmantel. Da müssen wohl die restlichen 8 Liter drin sein. Das nächste Foto zeigt die Ablaßschraube.
Aufdrehen und restliches Wasser ablassen wäre ja zu einfach gewesen. Deshalb kam zunächst mal garnichts raus, als die Schraube weg war. Die dahinterliegende Leitung war nämlich verstopft. Mit einen schmalen Schraubenzieher (Querschnitt der Leitung 5 mm) konnte ich einiges an Dreck rauskratzen, aber es kam immer noch kein Wasser. Also Blick in die Ersatzteilliste. Das seht ihr auf dem nächsten Bild.



Geschrieben von büffeljohann am 21.11.2010 um 15:19:

  RE: Büffel-Restauration

Das eingekringelte Teil ist die Abflussleitung, die verstopft war. Mit dem Schraubenzieher kam ich natürlich nicht um den 90-Grad-Bogen rum. Eine Spirale, mit der man verstopfte Abflussleitungen im Haus wieder frei kriegt, war viel zu dick. Ich hab alles mögliche ausprobiert (ganz normaler Blumendraht, Federstahldraht, Pressluft, Wasserstrahl aus einem dünnen Schlauch, Pümpel), alles ohne Wirkung (fast 2 Tage "Kampf" für die Katz). Ein alter Gaszug, der an einem Ende bürstenartig aufgezwirbelt wird und am anderen Ende in den Akkuschrauber gesteckt wird, hat letztlich funktioniert. Das Teil ist biegsam, aber auch fest genug, um bei leichtem Druck nicht gleich abzuknicken. Damit bin ich dann auch durch den 90-Grad-Bogen gekommen und nach lächerlichen 2 Stunden war ich dann im Kühlmantel vom Getriebe und dann kam auch Wasser. Der Rest war dann nur noch "Kleinkram". Z.B. habe ich den alten Auspuff entrostet und lackiert, nachdem der hieesige Schlosser ein neues Oberteil angschweisst hatte. Auch das Büffel-Schild, das der Vorbesitzer einfach überlackiert hatte, habe ich wieder abgeschliffen.



Geschrieben von büffeljohann am 21.11.2010 um 15:32:

  RE: Büffel-Restauration

Das Armaturenbrett habe ich zumindest grob gesäubert und ein neues Thermometer und ein neues Doppelmanometer eingebaut. Das Doppelmanometer misst den Öldruck vom Motor vor dem Ölfilter und nach dem Ölfilter, so dass man sehen kann, wenn der Filter dicht wird und augewechselt werden muss. Das Bild vom Armaturenbrett ist ein "Vorher-Nachher-Bild".
Dann konnte ich den Motor nach dem Zerlegen wieder starten. Laut Betriebsanleitung sollte man den Motor mit dem Anlasser (Gaspedal in Abstallposition) durchdrehen, bis Öldruck aufgebaut wird. Da tat sich aber nichts, auch nicht nach ca. 10 mal Anlasser betätigen. Dann habe ich schließlich den Motor ganz normal gestartet um einfach mal zu sehen was passiert. Und siehe da: er sprang sofort an und dann war auch der nötige Öldruck da. Nach zwei Minuten hab ich ihn aber wieder abgestellt, weil an der Einspritzpumpe Diesel rausgespritzt ist. Nachdem ich alle betreffenden Schrauben fester angezogen hatte, wollte ich ihn nochmal starten, aber er wollte nicht mehr. Die Dieselleitung war verstopft. Also hab ich die halt auch noch abgebaut und wieder durchgängig gemacht und als die Leitung und der Dieselfilter dann wieder entlüftet waren, lief der Motor problemlos an. Ein paar Tage gab´s dann die erste Ausfahrt nach über 2 Jahren "Stillstand".



Geschrieben von büffeljohann am 21.11.2010 um 15:42:

  RE: Büffel-Restauration

Ein paar "Vorher-Nachher-Bilder" hab ich noch. Da sieht man dann ganz schön was sich verändert hat.
1. Motor von links vorher-nachher
2. Motor von rechts vorher-nachher
3. Laufbüchse vorher-nachher
4. Turbolader vorher-nachher
5. Zyklonabscheider vorher-nachher
Inzwischen bin ich schon einge Stunden mit dem Teil rumgefahren. Dabei sind dann noch einige Lecks aufgetaucht, die sich aber leicht beheben lassen (meist Schrauben fester anziehen). Die Tachowelle ist gerissen, die wird noch ausgewechselt und das war´s dann für dieses Jahr.



Geschrieben von büffeljohann am 21.11.2010 um 15:56:

  RE: Büffel-Restauration

Angefangen, die festsitzenden Schrauben aufzudrehen (einge sind dabei auch abgerissen, z.B. alle Befestigungsschrauben von den Abgassammelrohren am Turbolader) habe ich im Herbst 2008, immer mal wieder am Wochenende 3-4 Stunden. 2009 ging´s relativ unregelmässig weiter und dieses Jahr Sommer hatte ich dann alle Vorbereitungen für "die OP am offenen Herzen" abgeschlossen (u.a. habe ich eine Reparaturanleitung für den Motor organisiert und auch schon die ersten Dichtungen bestellt), so dass ich diesen Sommer mehrere Wochen täglich 8-10 Stunden an der Raupe geschafft habe. Alles in allem grob über den Daumen gepeilt in den vergangenen drei Jahren 500-600 Stunden, wobei sicher die Hälfte dieses Jahr war. Die ausgetauschten Dichtungen seht ihr auf dem letzten Bild.
Damit bin ich am Ende meines Berichts. Wenn ich meine Videokassette digitalisieren kann (weiss noch nicht wie), dann gibts demnächst auch das erste Büffel-Video im Internet. Nächstes Jahr gehts dann mit Waschen, Entrosten und Lackieren weiter.
Falls der eine oder andere von euch auch einige Tonnen Alteisen zuhause rumstehen haben und es restaurieren möchten, dann könnt ihr euch gern an mich wenden. Mittlerweile kenne ich viele Quellen für Oldtimerersatzteile und alles, was man so braucht, um eine alte Maschine wieder flott zu kriegen.

Viele Grüße vom Exilschwaben im Saarland

Büffeljohann



Geschrieben von Mogi_Mog am 21.11.2010 um 18:21:

 

Hallo Johann,

Danke für diesen tollen Bericht! Ich staune nur, da ich leider keine Möglichkeit habe so etwas zu machen. wall Wünsche dir noch viel Spaß und sage: "ich will auch"! klatsch



Geschrieben von ZM 15 am 21.11.2010 um 20:43:

 

Auch von mir ein Herzliches Danke Schön und weiterhin viel Spass mit deiner Büffel. winke winke

Gruss Arne



Geschrieben von büffeljohann am 22.11.2010 um 23:38:

 

Hallo Arne und Sven,

ich freu mich, dass euch mein Bericht gefallen hat. Dabei bin ich kein Profi was "Motor reparieren" angeht (ich bin Chemiker, also gaaaanz andere Baustelle). Auch meine Ausrüstung ist ziemlich überschaubar. Als ich mich dazu entschlossen habe, den Motor aufzumachen, war ich alles andere als sicher, dass ich ihn auch wieder zusammen bekomme, ohne wichtige Teile übrig zu haben. Aber letztlich habe ich mir gesagt, wenn ich´s nicht versuche, weiss ich auch nicht ob ich´s kann. Ich kann mich noch an einen netten Herren von der Fa. Theilacker erinnern, der mir gesagt hat, dass es für einen Laien unmöglich ist das Teil zu reparieren und ich soll den Motor doch zu ihnen bringen zum überholen (bei dem haben schon die Euro-Zeichen in den Augen gefunkelt). Die Firma Kolben Seeger war da ganz anders. Die haben bereitwillig die Reparaturanleitung für mich eingescannt und mir auf die Ersatzteile auch 10% Rabatt gegeben. Ohne Reparaturanleitung hätte ich die Finger davon gelassen.
Schade, dass es jetzt zu kalt wird, um in meiner Halle zu wursteln (keine Heizung), eigentlich würde ich gern samstags weiter an der Raupe arbeiten (es gibt ja noch soooo viel zu tun) aber das muss ich dann auf nächstes Jahr verschieben. Dann gibts auch wieder neue Bilder.

Viele Grüße

Johann



Geschrieben von DL1300Paula am 16.12.2010 um 21:19:

 

Also Johann, wenn auch spät, aber so so muss ich an dieser Stelle meinen Respekt zum Ausdruck bringen, ganz ganz toller Bericht und vor allem, ganz hervoragende Restaurationnsarbeit!!! Habe die Berichte sehr gespannt verfolgt und freu mich bereits auf das Kommende im nächsten Jahr. Ja, so leben auch tot gesagte weiter, Büffel u.A.... klatsch
Markus



Geschrieben von büffeljohann am 19.12.2010 um 18:08:

  Büffel restauration

Hallo Markus,

vielen Dank für das dicke Lob prost prost . Ich werd´ mich bemühen, im nächsten Jahr das Teil vollends zu restaurieren, damit wir dann im Herbst in Hillesheim gemeinsam buddeln können.

Herzliche Grüße

Johann


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